Gebrauchtwagen-Urteil VW-Polo
Unter den Kleinwagen genießt der VW Polo einen legendären Ruf: Vom Mercedes der Minis war zu lesen, und seinem Blechkleid haftet der Ruf der Unzerstörbarkeit an.
In der Tat sind Polo ab dem
Baujahr 83 unerhört resistent gegen Rost, wenn es
sich nicht um einen verpfuschten Unfallwagen
handelt. Die Mechanik zeigt sich manchmal weniger
solide: Oft richtet unbemerkter Wasserverlust
durch die undichte Pumpe den Motor hin, auch Öl an
Motor und Getriebe sind leider normal. Die
Vorderachse zählt ebenfalls zu den Schwachpunkten:
Die Stabilisatorgummis und Traggelenke sind oft
verschlissen, lockere Federlager sind drinnen
deutlich polternd wahnehmbar. Auch die 91
gelifteten Modelle machen da keine Ausnahme: Sie
leiden unter den gleichen Problemen. Wer es
irgendwie erübrigen kann, sollte deshalb zum neuen
Modell greifen. Dieser erste Polo der Nach-López-
Ära offenbart zwar ein breites Spektrum an
möglichen Mängeln, die aber allesamt zu den
seltenen Einzelfällen zählen. Wie etwa die
streikende Wegfahrsperre, ein verlorengegangener
Venilatorflügel oder der Ölverlust der
Servolenkung. Ob Motor und Getriebe ansonsten
dicht halten, wird die Zukunft zeigen - lockere
Schlauchschellen wurden aber schon gesichtet.
Das Fazit zum Polo II: In Sachen Raumausnutzung und Fahrwerk hat der neue Polo (III) seinen Vorgänger locker überholt. Wem das aber nicht so wichtig ist, der bekommt mit diesem Auto (Polo II) einen guten preiswerten Kleinwagen. Und das Fazit zum Polo III? Dieser Polo ist kein Kleinwagen mehr, sondern ein kleiner Wagen. Nie war es leichter, auf einen Golf zu verzichten.
Und hier allgemein nochmal die wichtigsten Kontrollpunkte beim Kauf eines Gebrauchtwagen. Auch wenn es kein Polo sein sollte. --> 29-Punkte-Checkliste